EKD-Friedensdenkschrift

Kriege, Krisen und Konflikte nehmen weltweit zu. Der Rat der EKD hat deshalb eine neue Friedensdenkschrift veröffentlicht, die Impulse für die Suche nach einer angemessenen christlichen Friedensethik für das 21. Jahrhundert bietet.

Die EKD hat ihre friedensethischen Positionen angesichts der aktuellen friedenspolitischen Herausforderungen neu überdacht.

Das Grundsatzpapier knüpft an den Begriff des Gerechten Friedens an, der seit den Überlegungen zum Thema Frieden im Jahr 2007 leitend ist. Mit leichten Veränderungen in den Nuancen wird der Gerechte Friede mit folgenden vier Dimensionen beschrieben: Der Schutz vor Gewalt, die Förderung von Freiheit, der Abbau von Ungleichheiten sowie der friedensfördernde Umgang mit Pluralität.

Eine Akzentverschiebung gegenüber dem bisherigen Verständnis des Gerechten Friedens erfolgt dadurch, dass der Schutz vor Gewalt als grundlegendes Gut angesehen wird, auf dem die anderen drei Dimensionen aufbauen. Dies führt unter anderem zu einer Neuakzentuierung von Friedensethik und Sicherheitspolitik. Verteidigungsfähigkeit wird als Notwendigkeit der Friedenstüchtigkeit bezeichnet. Auch wenn deutlich gemacht wird, dass Sicherheitspolitik niemals ausschließlich auf militärische Stärke setzen darf, wird die grundlegende Bedeutung der ersten Dimension des Gerechten Friedens – nämlich des Schutzes vor Gewalt – insgesamt recht stark betont.

Eine Fokussierung auf diesen Aspekt des Gerechten Friedens stellt auch das in der Denkschrift zum Ausdruck kommende Verständnis von Friedensbildung dar. Diese habe „den Erwerb digitaler Souveränität und das Verständnis von digitaler Sicherheit zu schulen und zu unterstützen“(109).

Nicht mehr so eindeutig wie in früheren Denkschriften ist die Positionierung zu Nuklearwaffen. In dieser Frage bestehe ein ethisches Dilemma. Auch wenn „ihr Einsatz durch nichts zu rechtfertigen ist“, „(kann) der Besitz von Nuklearwaffen sicherheitspolitisch notwendig sein.“ (145) Auch die nukleare Teilhabe oder der Besitz von Nuklearwaffen wird als eine mögliche ethisch begründbare Entscheidung bezeichnet.

Unten finden sich Stellungnahmen zum neuen friedensethischen Grundsatzpapier.
Möge jed*r eine eigene Position finden!

Am 8. Dezember findet in der Zeit von 18:30 – 19:45 Uhr eine Online-Veranstaltung zur neuen Friedensdenkschrift statt. Unter dem Motto „Gerechter Friede im Blick – aber wie?“ finden Vortrag und Diskussion von Dr. Friederike Krippner, Co-Vorsitzende des Redaktionsteams der Denkschrift, und Almut Bretschneider-Felzmann, theologigische Referentin der Schwedischen Kirche statt. Anmeldung per Mail an info@christianjensenkolleg.de

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02.12.2025: Neue Wehrpflicht – Kriegsdienstverweigerung – Freiwilligendienst: Wie diene ich Deutschland?
12.12.2025: zu Diensten stehen